Konvergenz von Folgen

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Zahlengerade mit Punkten, die sich einem Grenzwert nähern, um den ein schmales Band liegt, in dem alle späteren Punkte liegen
Eine Folge konvergiert, wenn fast alle Glieder in jeder Umgebung des Grenzwerts liegen.
Sei $(a_n)$ eine Folge. $(a_n)$ heißt konvergent $:\Leftrightarrow \exists_{a \in \mathbb{R}} \forall_{ \varepsilon > 0} \exists_{n_0 = n_0(\varepsilon) \in \mathbb{N}}: |a_n - a | < \varepsilon~~~\forall n \geq n_0$. In diesem Fall heißt a der Grenzwert von $(a_n)$ und man schreibt: $\displaystyle \lim_{n \rightarrow \infty} (a_n) = a$. Ist $(a_n)$ nicht konvergent, so heißt $(a_n)$ divergent.

Ich werde im Folgenden ein paar wichtige Hinweise geben, wie man Konvergenz oder gegebenenfalls Divergenz zeigen kann.

Wichtige Folgen

Konvergent

\(\displaystyle e := \lim_{n \rightarrow \infty}(1+\frac{1}{n})^n = \lim_{n \rightarrow \infty} \sum_{k=0}^n \frac{1}{n!}\).

\(\displaystyle \lim_{n \rightarrow \infty} \frac{1}{n} = 0\).

\(\displaystyle \lim_{n \rightarrow \infty} \sqrt[n]{c} = 1\), mit \(c > 0\).

\(\displaystyle \lim_{n \rightarrow \infty} \sqrt[n]{n} = 1\).

Divergent

\(a_n = n\).

\(a_n = (-1)^n\)

Beschränktheit und Monotonie

Wenn man zeigen kann, dass eine Folge beschränkt ist und monoton steigt oder fällt (und die Schranke in der richtigen Richtung liegt), dann konvergiert die Folge.

Beispiel:

Sei $(a_n)_{n \in \mathbb{N}}$ eine Folge und definiert durch $a_n := 2 + \frac{1}{n}$. 0 ist eine untere Schranke für $(a_n)_{n \in \mathbb{N}}$: $\underbrace{2}_{\geq 0} + \underbrace{\frac{1}{n}}_{\geq 0} \Rightarrow a_n \geq 0$ $(a_n)_{n \in \mathbb{N}}$ ist monoton fallend: Beweis von $a_n \geq a_{n+1} ~~~ \forall_{n \in \mathbb{N}}$: \begin{align} 1 & \geq 0 ~~~ \forall_{n \in \mathbb{N}^+} \\ \Leftrightarrow 2n^2 + 3n + 1 & \geq 2 n^2 + 3n ~~~ \forall_{n \in \mathbb{N}^+} \\ \Leftrightarrow 2n^2 + n + 2n + 1 & \geq n \cdot (2n + 3) ~~~ \forall_{n \in \mathbb{N}^+} \\ \Leftrightarrow (2n + 1) \cdot (n+1) & \geq n \cdot (2n + 2 + 1) ~~~ \forall_{n \in \mathbb{N}^+} \\ \Leftrightarrow \frac{2n+1}{n} & \geq \frac{2 \cdot(n+1)+1}{n+1} ~~~ \forall_{n \in \mathbb{N}^+} \\ \Leftrightarrow 2 + \frac{1}{n} & \geq 2 + \frac{1}{n+1} ~~~ \forall_{n \in \mathbb{N}^+} \\ \Leftrightarrow a_n & \geq a_{n+1}~~~ \forall_{n \in \mathbb{N}^+} \end{align} $(a_n)_{n \in \mathbb{N}}$ ist also monoton fallend und hat eine untere Schranke. $(a_n)_{n \in \mathbb{N}}$ konvergiert also. Beachte: Ich habe nicht die größte untere Schranke gewählt. Hatte ich das gemacht (und bewiesen, dass es keine größere untere Schranke gibt), dann hätte ich sogar den Grenzwert bestimmt.

Cauchy-Folgen

In Banachräumen kann man auch nachweisen, dass eine Folge eine Cauchy-Folge ist um Konvergenz zu zeigen. Sie muss dazu dieser Bedingung genügen:

\(\forall_{\varepsilon > 0} \exists_{n_0 \in \mathbb{N}}: \forall_{n,m\in\mathbb{N}, n>n_0, m>n_0}: |a_m- a_n| < \varepsilon\)

Beispiel: Mir fällt gerade kein Beispiel ein, bei dem man die Konvergenz schöner über das Cauchy-Kriterium zeigen kann als über die Beschränktheit / Monotonie. Falls dir eines einfällt, kannst du es ja in den Kommentar schreiben. (mit [latex] \lim_{n \rightarrow \infty} 123 [/latex] wird es auch als LaTeX dargestellt 😉)

Weiteres

Bei Polynomen darf man den "Ausklammer-Trick" nicht vergessen: \(a_n = \frac{3 \cdot n^5 + 2 \cdot n^2 + 42}{1000 \cdot n^5 + n^3} = \frac{n^5}{n^5} \cdot \frac{3 + 2 \cdot \frac{1}{n^3} + 42 \cdot \frac{1}{n^5}}{1000 + \frac{1}{n^2}}= \frac{3 + 2 \cdot \frac{1}{n^3} + 42 \cdot \frac{1}{n^5}}{1000 + \frac{1}{n^2}}\)

Das sieht zwar deutlich schlimmer aus als vorher, ist aber besser. Wir wissen, dass \(\displaystyle \lim_{n \rightarrow \infty} \frac{1}{n} = 0\) gilt. Also gilt:

\(\displaystyle a_n \xrightarrow{n \rightarrow \infty} \frac{3 + 2 \cdot \overbrace{\frac{1}{n^3}}^{\rightarrow 0} + 42 \cdot \overbrace{\frac{1}{n^5}}^{\rightarrow 0}}{1000 + \underbrace{\frac{1}{n^2}}_{\rightarrow 0}} = \frac{3}{1000}\)