Behandelter Stoff
Vorlesung
| Datum | Kapitel | Inhalt |
|---|---|---|
| 15.04.2015 | Einleitung | $\hat{w}$ - das ^ bedeutet, dass die Klasse geschätzt ist. |
| 22.04.2015 | Kapitel 2 - Merkmale: 1-31? | Welt; Domäne; Objekte; Klassen; Merkmalsraum; Merkmalsvektor; Klassifikation; Skalen (nominal, ordinal, intervall-, verhältnis- und absolutskaliert); Projektionen; Norm (Minkowski, Euklidisch, Chebychev, Mahalanobis); Metrik (Tanimoto) |
| 14.07.2015 | Kapitel 8 - Klassifikatoren (1-28), Kapitel 9: 1-? | Entscheidungsbäume, Grammatiken; Lernen nach Vapnik, VC-Dimension, Kreuzvalidierung und Leave-One-Out, Boosting |
Folien
ME-Kap1_V31.pdf
Einleitendes Kapitel welches erklärt, was Klassifikation ist.
- Beispiele für Klassifikation: Blumen/Schmetterlinge in Arten; Schrauben in Schraubentypen; Schüttgut in Mineralien, Pflanzen, Glasscheiben, Diamanten, ...
- Formalismen
- Domäne \(\Omega \subseteq\) Welt, Elemente der Domäne heißen Objekte, Objekte werden in paarweise disjunkte Äquivalenzklassen \(\omega_i\) gruppiert, sodass jedes Objekt zu genau einer Äquivalenzklasse gehört.
- Man beobachtet / misst Eigenschaften realer Objekte. Dies kann als Funktion m aufgefasst werden, die von der Domäne in den Merkmalsraum abbildet. Optimalerweise ist diese Abbildung injektiv, bei ungünstig gewählten Merkmalen jedoch nicht. Klassifikatoren arbeiten auf dem Merkmalsraum und finden eine Partition des Merkmalsraumes in Klassen.
- Muster: Gesamtheit der beobachteten / gemessenen Werte einer einzelnen Stichprobe (eines einzelnen Objekts).
- Erkennung: (Wieder)erkennung von etwas, was bereits bekannt ist.
- Merkmale: eruierbare, charakteristische Eigenschaften, die als Basis für die Untersuchung von Mustern dienen sollen.
- Mustererkennungsschritte: Sensierung ergibt Muster; Vorverarbeitung; Segmentierung; Merkmalsextraktion ergibt Merkmale; Klassifikation ergibt Äquivalenzklassen
- Überwachtes Lernen: Vorklassifizierte Beispiele sowie die Klassenstruktur sind gegeben; eventuell auch Auftrittswahrscheinlichkeiten \(P(\omega_i)\) der Klassen
- Gesamtstichprobe wird in die disjunkten Mengen Lernstichprobe, Validierungsstichprobe und Teststichprobe zerlegt.
Merkmale
Slides: ME-Kap2_V84.pdf
In diesem Foliensatz geht es um Merkmale und ihre Eigenschaften.
| Skala | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| qualitativ (kategorial) | quantitativ (metrisch) | ||||
| Nominal- | Ordinal- | Intervall- | Verhältnis- | Absolut | |
| Empirische Relation | ~ Äquivalenz | ~ Äquivalenz Ordnung |
~ Äquivalenz Ordnung Emp. Addition |
~ Äquivalenz Ordnung Emp. Addition Emp. Multiplikation |
~ Äquivalenz Ordnung Emp. Addition Emp. Multiplikation |
| Zulässige Transformationen | m' = f(m) f bijektiv |
m' = f(m) f streng monoton |
m' = am+b mit a>0 |
m' = am mit a>0 |
m' = m |
| Beispiele zugehörige Merkmale | Telefonnummern, Kfz-Kennz., Typen, PLZ, Geschlecht | Güteklassen, Härtegrad, Windstärke | Temp. in °C, °F, Kalenderzeit, geografische Höhe | Masse, Länge, el. Strom | Quantenzahlen, Teilchenanzahl, Fehlerzahl |
| Werte von m | Zahlen, Namen, Symbole | in der Regel natürliche Zahlen | in der Regel reelle Zahlen | in der Regel reelle Zahlen > 0 | in der Regel natürliche Zahlen |
Der Merkmalsraum ist häufig ein \(\mathbb{R}^n\) mit \(n>3\). Er kann auf vorhandene Strukturen hin analysiert werden, indem er auf einen 2- oder 3-dimensionalen Unterraum projiziert wird. Dies kann bei einfachen Projektionen jedoch nicht erfolgreich sein, wenn beispielsweise zwei Klassen schalenförmig um den Ursprung angeordnet sind.
Um Stichproben im Merkmalsraum zu vergleichen, können Metriken benutzt werden. Eine Metrik ist eine Abbildung \(d(m_1, m_2)\), für die gilt:
- Positive Definitheit: \(d(m_1, m_2) \geq 0\) und \(d(m_1, m_2) = 0 \Leftrightarrow m_1 = m_2\),
- Symmetrie: \(d(m_1, m_2) = d(m_2, m_1)\),
- Dreiecksungleichung: \(d(m_1, m_2) \leq d(m_1, m_3) + d(m_3, m_2)\)
Metriken können durch Normen erzeugt werden, indem \(d(m_1, m_2) := \|m_1 - m_2\|\) definiert wird. Eine Norm ist eine Abbildung \(\| \cdot \|: V \rightarrow \mathbb{R}_0^+, x \mapsto \|x\|\) für die gilt:
- Definitheit: \(\|x\| = 0 \Rightarrow x = 0\)
- Absolute Homogenität: \(\|\alpha \cdot x \| = |\alpha| \cdot \| x \|\)
- Dreiecksungleichung: \(\|x+y\| \leq \|x\| + \|y\|\)
Typische Normen sind die euklidische Norm und die Mahalanobis-Norm \(\|m\| := \sqrt{m^T A m}\) mit \(A\) positiv definit.
Hauptkomponentenanalyse (HKA, engl. PCA)
- Finde \(m_0\), sodass \(J_0(m) := \sum_{k=1}^N \|m - m_k\|^2\) minimal ist, also \(m_0 = \frac{1}{N} \sum_{k=1}^N m_k\)
- Finde Gerade \(h: m = \bar{m} + ae\), welche die Punkte optimal repräsentiert.
- Finden der \(a_k\): \(a_k\) ist die Koordinate des auf die Gerade
projizierten Punktes \(m_k\) (mit \(\|e\| = 1\)).
Fehlermaß \(J_1(a_1, \dots, a_N, e) = \sum_{k=1}^N \|\bar{m} + a_k e - m_k \|^2\).
Ergibt: \(a_k = e^T (m_k - \bar{m})\) - Berechnung des optimalen Richtungsvektors
Streumatrix \(S := \sum_{k=1}^N (m_k - \bar{m}) (m_k - \bar{m})^T\)
Der optimale Richtungsvektor \(e\) ist der Eigenvektor von \(S\) zum größten Eigenwert.
- Finden der \(a_k\): \(a_k\) ist die Koordinate des auf die Gerade
projizierten Punktes \(m_k\) (mit \(\|e\| = 1\)).
- Finden eines affinen \(d'\)-dimensionalen Unterraumes des Merkmalsraumes, welcher die Daten \(D\) mit minimalem quadratischem Fehler repräsentiert.
Siehe gist für eine kurze Python-Implementierung. Keine Garantie für die Korrektheit!
- Kernelized PCA
- Independent Component Analysis (ICA)
- Multiple Discriminant Analysis (MDA)
ME-Kap3_V52.pdf
Bayessche Klassifikatoren wählen die Klasse aus, die die größte Wahrscheinlichkeit besitzt. Dazu verfolgt man den Ansatz
Dabei wird \(P(\omega|m)\) die A-posteriori-Wahrscheinlichkeitsverteilung und \(P(\omega)\) die A-priori-Wahrscheinlichkeitsverteilung genannt.
ME-Kap4_V33.pdf
Parameterschätzung kann entweder mit der Likelihood-Methodik oder mit der Bayesschen Methodik durchgeführt werden. Die Idee der Likelihood-Methodik ist es, den Parameter \(\theta\) als unbekannte konstante (d.h. nicht-stochastische) Größe anzusehen. Man wählt \(\theta\) also so, dass die Wahrscheinlichkeit der Beobachtungen gegeben \(\theta\) maximiert wird.
Die Bayessche Methodik geht dagegen davon aus, dass \(\theta\) auch eine Zufallsvariable ist und über eine Wahrscheinlichkeitsverteilung beschrieben werden kann.
Schätzer können verschiedene Qualitätskriterien erfüllen, z.B. Erwartungstreue oder Konsistenz.
Bei der Parameterschätzung können folgende Fehler passieren:
- Bayesscher Fehler: Der Fehler, den selbst der optimale Bayes-Klassifikator mit der wahren Verteilung macht, weil sich die Klassen im Merkmalsraum überlappen. Er lässt sich nicht reduzieren.
- Modellfehler: Unpassendes Modell gewählt (Falsche Verteilungsannahme?)
- Schätzfehler: Zu wenige Daten, um Parameter korrekt zu bestimmen
ME-Kap5_V31.pdf
Parameterfreie Methoden heißen "parameterfrei", weil sie keine konkrete Wahrscheinlichkeitsverteilung parametrisieren und den Parameter schätzen. Die parameterfreien Methoden können sehr wohl Parameter benutzen. Beispiele sind:
ME-Kap6_V18.pdf
Allgemeine Problemstellungen:
- Dimension des Merkmalsraumes
- Overfitting
ME-Kap7_V54.pdf
Spezielle Klassifikatoren:
- Lineare Diskriminanzfunktionen: Linear bezieht sich hier auf die Kombination der Merkmale. Man kann allerdings Merkmale wählen, die z.B. das Quadrat eines gemessenen Wertes sind.
- Perzeptron
- Lineare Regression
- Künstliche Neuronale Netze
- Support Vector Machines (SVMs)
- Matched Filter
- HMMs (Sequenzen)
- Klassifikation mit Rückweisung (Maximum / Minimum / Differenz / Abstand)
ME-Kap8_V21.pdf
Klassifikation bei nominalen Merkmalen:
- Entscheidungsbäume
- String-Verfahren
- Grammatiken
ME-Kap9_V27.pdf
Klassifikatorunabhängige Prinzipien:
- Generalisierung / Generalisierungsfähigkeit
- VC-Konfidenz / VC-Dimension
- Structural Risk Minimization
- Kreuzvalidierungsverfahren / Leave-one-out
- Boosting
Prüfungsfragen
Warum ist ein hochdimensionaler Merkmalsraum schlecht (curse of dimensionality)?
- Je nach Klassifikator, viele zu lernende Parameter
- Daten haben einen sehr hohen Abstand zueinander → Gefahr des Overfittings
Wie kann man die Dimension des Merkmalsraumes reduzieren?
Wie viele Möglichkeiten gibt es, 5 Merkmale aus 10 auszuwählen?
Was ist Overfitting?
Welche Probleme gibt es, wenn man Länge, Masse und Temperatur als Merkmale hat?
- Unterschiedliche Einheiten (→ Entdimensionalisieren)
- Unterschiedliche Skalen (→ Teilen durch Standardabweichung oder durch Wertebereich; teilt man eine normalverteilte Variable durch ihre Standardabweichung, erhält man eine standardisierte Variable)
- Unterschiedliche Wertebereiche (→ Durchschnitt abziehen)
Wie funktioniert MDA?
Wie unterscheidet sich PCA/MDA von dem suboptimalen Algorithmus zur Merkmalsauswahl?
Wie lautet die Fundamentalformel der Bayesschen Klassifikation?
Wie lautet die Hauptformel der PCA?
Wie kann man invariante Merkmale erzeugen?
Wie kann man normalisieren?
Wie lauten die Prinzipien (A) - (E) der SVMs?
- (A) Lineare Trennung mit maximalem Abstand der Trennebenen zu den nächstgelegenen Stichproben (Support-Vektoren)
- (B) Duale Formulierung des linearen Klassifikators. (vgl. Wiki, $k(m) = w^T m + b = \langle w, m \rangle + b = \sum_{j=1}^N \alpha_j z_j \langle m_j, m \rangle + b$)
- (C) Nichtlineare Abbildung der primären Merkmale in einen hochdimensionalen Merkmalsraum $\Phi$
- (D) Implizite Nutzung des unter Umständen $\infty$-dimensionalen Eigenfunktionsraumes einer sog. Kernfunktion $K$ als transformierten Merkmalsraum $\Phi$. Dabei müssen die transformierten Merkmale nicht explizit berechnet werden und der Klassifikator hat trotz der hohen Dimension von $\Phi$ nur eine niedrige Zahl von freien Parametern (Kernel-Trick).
- (E) Relaxation der Forderung nach linearer Trennbarkeit durch Einführung von Schlupfvariablen (slack variables).
Wie lautet die Dichtefunktion der $d$-dimensionalen Gaußverteilung?
Wie lautet Mercers Theorem?
- Wie ist die Kullback-Leibler-Divergenz definiert?
Material und Links
- Vorlesungswebsite: Ist passwortgeschützt. Das Passwort (das ausnahmsweise mal nicht zu erraten ist) kann ich hier natürlich nicht schreiben. Aber der Benutzername ist
asbstudent. - SVMs
- Why bother with the dual problem when fitting SVM?
- A Tutorial on Support Vector Machines for Pattern Recognition
Übungsbetrieb
Es gibt keine Übungsblätter, keine Übungen, keine Tutorien und keine Bonuspunkte.
Vorlesungsempfehlungen
Folgende Vorlesungen sind ähnlich:
- Analysetechniken großer Datenbestände
- Informationsfusion
- Machine Learning 1
- Machine Learning 2
- Mustererkennung
- Neuronale Netze
- Lokalisierung Mobiler Agenten
- Probabilistische Planung
Termine und Klausurablauf
Datum: Donnerstag, der 10.09.2015 von 11:00-13:00 Uhr (Quelle: Wurde in der Vorlesung vom 22.04.2015 gesagt)
Ort: Gerthsen-Hörsaal
Punkte: 90
Zeit: 90 min
Punkteverteilung: ?
Notenschlüssel (unvollständig): ab 60,5 Punkten: 1,7
Bestehensgrenze: ?
Übungsschein: gibt es nicht
Bonuspunkte: gibt es nicht
Ergebnisse: Am 30.09.2015 war die (vorläufige) Note im Notenauszug
Einsicht: Montag, 12.10.2015, 9:00–15:00 Uhr im Geb. 50.21, Raum 015.1
Erlaubte Hilfsmittel: keine
Notenverteilung
Wenn ihr mir schreibt, was ihr habt, kann ich das updaten:
- 1,3: min 1
- 2,0: min 1